Jahreshauptversammlung der Bäcker-Innung Lahn-Dill

Am 18. Mai fand in den Räumlichkeiten der Geschäftsstelle der Kreishandwerkerschaft Lahn-Dill die Jahreshauptversammlung der Bäcker-Innung Lahn-Dill statt.

Obermeister Michael Homberg (rechts) und sein Stellvertreter Ulrich Biedenkopf zeichnen ihre Kollegin Sonja Waltersbacher mit der Ehrenurkunde der Handwerkskammer Wiesbaden zum 25-jährigen Meisterjubiläum aus.

Neben einem Rückblick auf das vorangegange Jahr und einigen erfolgreichen Veranstaltungen, wie zum Beispiel dem Hessentag 2016 in Herborn, an denen sich die Bäcker-Innung erfolgreich beteiligt und präsentiert hatte, wurde aber auch die schwierige Situation des Bäcker-Handwerks in Sachen Erhaltung und Nachwuchsgewinnung thematisiert. Doch auch eine besondere Ehrung konnte von Obermeister Michael Homberg gestaltet werden: Bäckermeisterin Sonja Waltersbacher bekam feierlich die Ehrenurkunde der Handwerkskammer zum 25-jährigen Meisterjubiläum überreicht.

Betrachtet man das Bäcker-Handwerk in den letzten Jahren, so ist die deutlich schwieriger werdende Lage nicht zu verleugnen. So musste auch die Bäcker-Innung Lahn-Dill im Geschäftsjahr 2016 den Verlust zweier weiterer Mitgliedsbetriebe verzeichnen. Die Zahl der Mitgliedsbetriebe verringerte sich damit auf 20. Grund für das Ausscheiden waren Geschäftsaufgaben, ein Trend, der seit Jahren anhält und in der Tatsache begründet liegt, dass kleine Handwerksbäckereien in aller Regel Probleme haben, eine Nachfolgeregelung innerhalb der Familie oder auch durch externe Lösungen zu finden. Hiergegen anzukämpfen gestaltet sich zunehmend schwieriger, und auch den Anforderungen am Markt bei gleichzeitigem Wachstum größerer Bäckereibetriebe und Backshopketten, gerecht zu werden, stellt eine große Herausforderung dar. 

Auch im Bereich der Ausbildung ist das heimische Handwerk nicht auf Rosen gebettet, sondern muss sich "nach der Decke strecken". Dass die Arbeitszeiten aus dem Rahmen des Üblichen fallen, ist gemeinhin bekannt. Aber frische und leckere Produkte, vor allem das knusprige Brötchen, das morgens um sechs vom Kunden erwartet wird, muss zuvor erst einmal gebacken werden. Vom Meister, dem Gesellen und, ja, auch den Lehrlingen. Und da wird es problematisch, denn ich gesamten Lahn-Dill-Kreis erlernen aktuell gerade einmal noch 13 junge Menschen den Beruf des Bäckers. Elf davon im Bereich Dillenburg, nur ganze zwei im Altkreis Wetzlar. Diese beiden letzteren sind im dritten Lehrjahr. Im ersten und zweiten Ausbildungsjahr des Bäckerhandwerkes gibt es im Südkreis keine weiteren Nachwuchskräfte. Besser ist die Lage bei den Fachverkäuferinnen im Bäckerhandwerk. In allen drei Lehrjahren zusammen sind es 25 im Bereich Dillenburg und 13 im Bereich Wetzlar.

Die Bäcker-Innung - und mit ihr die Kreishandwerkerschaft Lahn-Dill als Dachorganisation - sucht nach Wegen und Ideen, diesen schwächelnden, für die Zukunft des Gewerks aber fundamental wichtigen Bereich der Ausbildung wieder zu stabilisieren, zu stärken, auszubauen. Die Gesellenprüfung im Bäckerhandwerk haben im Prüfungsjahr 2016 sechs von sieben Probanden bestanden, bei den Fachverkäuferinnen haben von 21 jungen Damen 18 die Gesellenprüfung mit dem gewünschten Erfolg absolviert.

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