"Und was wirst du?" - Handwerk live!

Im BTZ Lahn-Dill konnten am 28.04.17 Schülerinnen und Schüler Handwerksberufe kennenlernen, hautnah erleben und "mit anpacken".

Wir sind Handwerker - wir können das.

Schweißen und Schneiden - nicht nur etwas für die Jungs!

Traumautos - Traumberuf: Kfz-Mechatroniker

600 Schülerinnen und Schüler informierten sich unter dem Motto "Und was wirst Du?" an dem Tag über mögliche Ausbildungsmöglichkeiten und Berufsaussichten im Handwerk - - ein neuer Rekord. Und hatten dabei Gelegenheit zum Anfassen, Mitmachen und - im Wortsinne - zum "Begreifen". Denn die Zeiten haben sich gewandelt. Grundlegend.

Vor wenigen Jahren noch drohte im politischen Raum - maßgeblich von den Gewerkschaften gefordert, allerdings letztlich nicht realisiert - eine Zwangsabgabe für Betriebe, die nicht ausbildeten beziehungsweise keine oder zu wenige Lehrstellen anboten. Die Nachfrage nach Ausbildungsstellen überstieg das Angebot an Lehrstellen. Eben das hat sich gründlich gewandelt und umgekehrt. Die Situation heute ist eine vollständig andere. Zwar gibt es noch immer einige - wenige - Gewerke, die sich ihre Lehrlinge angesichts einer regen Nachfrage sozusagen aussuchen können - zum Beispiel ist das Kfz-Handwerk noch in dieser komfortablen Lage -, die allermeisten anderen Gewerke aber suchen händeringend nach jungen Frauen und Männern, denen sie Ausbildungsplätze anbieten, diese in zunehmend mehr Fällen jedoch nicht mehr besetzen können.

Da es in dieser Lage letztlich um nichts weniger als die Zukunft der einzelnen Betriebe und auf lange Sicht um die Zukunft des Handwerks in seiner jetzigen, über Jahrhunderte gewachsenen Ausformung geht, sind neue Wege der Nachwuchsakquise gefragt und dringend notwendig. Wie kann man Schülerinnen und Schülern der oberen Klassen in den allgemeinbildenden Schulen - von der Förderschule über Haupt- und Realschule bis hin zum Gymnasium - die 120 Ausbildungsberufe im vielseitigen und modernen Handwerk näherbringen - und zum Teil erstmals bewusst machen, dass es diese neben den zehn, zwölf gängigen und bekannten Berufen überhaupt gibt. Diesem Ziel diente nun schon zum vierten Mal der kurzweilige Mitmachtag "Handwerk live" im kammereigenen Berufsbildungs- und Technologiezentrum (BTZ) am Dillufer in Wetzlar, gemeinsam veranstaltete von der Handwerkskammer Wiesbaden in Kooperation mit der Kreishandwerkerschaft Lahn-Dill. Den Mitmachtag ergänzte eine Lehrstellen- und Praktikumsbörse als Kontaktforum für Anbieter von Ausbildungsstellen und Praktikumsplätzen.

Nach der Begrüßung durch Kammerpräsident Klaus Repp, Lahn-Dill-Landrat Wolfgang Schuster, Wetzlars Oberbürgermeister Manfred Wagner, Sebastian Hoffmanns, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Lahn-Dill, und den stellvertretenden Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer, Dr. Martin Pott,  informierten sich zwischen 9 und 16 Uhr Schülerinnen und Schüler aus zahlreichen Schulen der Region über das handwerkliche Ausbildungsangebot im heimischen Raum. Auf diesen - allerdings geregelten - Ansturm hatten sich die Lehrwerkstätten des BTZ akribisch vorbereitet. Fast alle vertretenen Gewerke respektive Innungen hatten ihre Stände und offenen Werkstätten neben Ausbildungsmeistern und Betriebsinhabern  gezielt mit Lehrlingen besetzt, die mit den Schülern "auf Augenhöhe" Kontakt aufnehmen und von ihren Erfahrungen in der Ausbildung konnten: die Innungen für Sanitär-, Heizung und Klimatechnik, Kraftfahrzeugtechnik, Metall- und Schweißtechnik, Dachdecker, Zimmerer, Bau, Elektro, Maler und Lackierer, Friseure, Bäcker und Fleischer. Ebenso standen für Beratungen und Informationen zu Diensten: Ausbildungsberater der Handwerkskammer Wiesbaden, die "Willkommenslotsin für Flüchtlinge und interessierte Betriebe" der Kammer, die Berufsberatung der Agentur für Arbeit Limburg-Wetzlar und das Kommunale Job-Center Lahn-Dill.

Den Schülerinnen und Schülern, die im Vorfeld ausdrücklich ihr Interesse an einer Teilnahme am Mitmachtag "Handwerk live" bekundet und zugesagt hatten, verdeutlichte OB Wagner: "Augen auf bei der Berufswahl, denn es geht um eine der wichtigsten Perspektiven des Lebens." Und das, so die Ergänzung des Kammerpräsidenten Repp, im Handwerk, das sich in Gegenwart und Zukunft in allen seinen Sparten durch Vielseitigkeit und Modernität auszeichne. Landrat Schuster rief die 50 Jahre zwischen Schule und Rente in Erinnerung, "die das Handwerk mit sinnvoller und gut bezahlter Arbeit überbrücken kann". Und mehr noch: mit dem Meistertitel gehe sogar die Studienberechtigung einher, "ohne sich durchs Abi quälen zu müssen". Deshalb empfehle er, Schuster, "wärmstens einen Ausbildungsplatz im Handwerk".

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