Innungsversammlung Friseure Lahn-Dill

Auch die Friseurinnung Lahn-Dill ist vom allgemeinen und nur von wenigen Ausnahmen konterkarierten Trend abnehmender Mitgliedszahlen betroffen. So musste Innungsobermeisterin Manuela Reiter (Oberwetz) in der Jahreshauptversammlung 2018 von drei Innungsaustritten berichten, denen im Geschäftsjahr 2017 nur ein Neuzugang gegenüberstand. Mit dem Ergebnis, dass die Zahl der Mitglieder in der Friseurinnung Lahn-Dill übers Jahr von 45 auf 43 Mitgliedsbetriebe zurückgegangen ist.

Die Mitgliedschaft in eine Handwerksinnung, die eine öffentlich-rechtliche Körperschaft darstellt, ist freiwillig. Im Gegensatz zu der ebenfalls öffentlich-rechtlichen Körperschaft namens Handwerkskammer, in der Mitglied zu sein gesetzliche Pflicht eines jeden Handwerks- oder handwerksähnlichen Betriebes ist. Deshalb sind die Innungen aller Gewerke landauf, landab stets bemüht, bisher nicht organisierte Betriebe für eine Innungsmitgliedschaft zu gewinnen, zumal damit eine lange Liste von materiellen und immateriellen Vorteilen verbunden ist. Ganz abgesehen von dem handwerksinternen, dem gesellschaftlichen und nicht zuletzt auch politischen Gewicht, das starke Innungen und in deren Verbund starke Kreishandwerkerschaften zu einflussreichen Gesprächs- und Verhandlungspartnern bei der Lösung von Problemen oder dem Beschreiten neuer Wege macht.

Ein Dauerproblem - nicht nur bei den Friseuren - ist in Zeiten des demografischen Wandels und im nach wie vor anhaltenden Streben junger Schulabgänger in ein Studium und damit in eine wie auch immer geartete akademische Karriere die Sicherung des handwerklichen Berufsnachwuchses. Aktuell werden an Lahn und Dill in allen drei Lehrjahren zusammengerechnet 72 junge Lehrlinge, überwiegend weiblichen Geschlechts im Friseurhandwerk ausgebildet. Am Schulstandort Wetzlar 47, am Schulstandort Dillenburg dagegen lediglich 25. Sollte dieses Ungleichgewicht auf Dauer fortbestehen, stellt sich - zumindest im Kultusministerium Wiesbaden - die Frage nach dem Erhalt aller bisherigen Schulstandorte. Deshalb ist es laut Obermeisterin Manuela Reiter wichtig - und sie wird dabei von Sebastian Hoffmanns, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Lahn-Dill, und ihrem Lehrlingswart Lino Olizzo ausdrücklich unterstützt -, dass die Innungsbetriebe möglichst viel und gut und dabei an die eigene Zukunft denkend ausbilden. Das gleiche gilt auch für die Betriebe, die der Friseurinnung Lahn-Dill (noch) nicht angehören. Denn, so Reiter: "Wenn wir zahlenmäßig und qualitativ nicht gut genug ausbilden, dann werden die Probleme, die wir bereits jetzt haben, noch größer." Die Versammlung beschloss einstimmig die Einführung einer Lehrlingsbetreuungsgebühr, die nicht der Innung angehörende, aber ausbildende Betriebe zu entrichten haben, weil sie dann auch die Dienste der Kreishandwerkerschaft in Anspruch nehmen, ohne sich dabei aber an den entstehenden Kosten zu beteiligen. Die Innungsbetriebe sehen in der neuen Lehrlingsbetreuungsgebühr, die für die Mitgliedsbetriebe im Innungsbeitrag enthalten ist, einen Akt der Gerechtigkeit. 240 Euro beträgt die neue Gebühr, die von Nicht-Innungsbetrieben bezüglich einer Lehrlingsausbildung in drei Raten zu entrichten ist: bei der Eintragung in die Lehrlingsrolle, anlässlich der Zwischenprüfung und zur Gesellenprüfung. Zu Problemen, Erfordernissen, Besonderheiten und "Fallstricken" im Zusammenhang mit einer Betriebsprüfung informierte Sascha Prachazka, Leiter der Steuer- und Unternehmensberatungsstelle Gießen/Lahn-Dill.

 Text: Ewert

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